Kastrationsalter

Für den Tierarzt ist die Kastration ein routinemäßiger Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird und für die Tiere weitgehend ungefährlich ist. Der Tierarzt entfernt bei der Katze die Eierstöcke und beim Kater die Hoden. Für Katze und Kater ist dieser Eingriff meist nach ein paar Tagen vergessen.

Das Gerücht, eine Katze könne erst kastriert werden, nachdem sie einmal geworfen habe, hält sich leider hartnäckig. Diese Behauptung entbehrt jedoch jeglicher Grundlage. Um konsequent Nachwuchs zu verhindern, sollten die Tiere bereits vor Beginn der Geschlechtsreife kastriert werden (das ist rasse- und geschlechtsabhängig bei der Katze meist im Alter von 6 - 8 Monaten, beim Kater häufig bis zum 9. Monat).

Für Tierheime und Katzen aus Tierheimen gilt etwas anderes. Wir versuchen, das Katzenelend durch Frühkastration einzudämmen. Vielleicht ist diese Methode auch für den privaten Katzenhalter von Interesse:

Frühkastration von Katzen

In den USA wird die Methode der Frühkastration bereits seit den 80er Jahren erfolgreich durchgeführt, da in den Vereinigten Staaten extrem große Katzenpopulationen anzutreffen sind und diese Tiere kaum vermittelt werden können. Auch in Deutschland wird die Frühkastration von Katzen mittlerweile immer häufiger praktiziert. Im folgenden soll ein Überblick über diese Methode, ihren Nutzen und mögliche Risiken gegeben werden.


Ab welchem Alter kann kastriert werden?

Grundsätzlich wird die Katze vor Abschluss der Geschlechtsentwicklung kastriert.

Unter "Frühkastration" im engeren Sinne versteht man die Entfernung der Keimdrüsen im Alter von ca. 7-12 Wochen.

Im Tierheim des Bremer Tierschutzvereins werden seit 1993 Kastrationen bei 12 Wochen alten Katzen durchgeführt. Im Jahr 1997 wurden dort ca. 500 Katzen kastriert, davon waren 75% Frühkastrationen. Alle frühkastrierten Tiere haben sich, soweit bekannt, bis jetzt problemlos entwickelt.

Der Anhaltnische Tierschutzverein für den Landkreis Köthen kastriert seit 1994 Katzen ab dem 3. Monat. Bis jetzt wurden ca. 300 Tiere operiert, nachteilige Folgen sind nicht bekannt.


Auswirkungen der Frühkastration

* Das aggressive Verhalten der Tiere untereinander ist deutlich reduziert. Damit ist auch das Verletzungsrisiko infolge von Kämpfen verringert. Ebenso sinkt dadurch die Gefahr, dass sich freilebende Katzen, besonders Kater, gegenseitig mit FIV (Felines Immunschwäche-Virus) dem sogenannten Katzenaids und anderen Infektionskrankheiten anstecken.

* Kater bilden nicht den typischen Katerkopf aus und wirken dadurch weniger dominant (damit wird auch die Provokation zu einem Kampf gemindert).

* Der Schluss der Wachstumsfugen in den Röhrenknochen erfolgt bei frühkastrierten Tieren etwas später. Dadurch verlängert sich der Zeitraum, in dem die Röhrenknochen wachsen können, so dass die Gliedmaßen länger werden könnten. Dies trifft jedoch auch auf Katzen zu, die im Alter von 7 Monaten kastriert werden. Ein nachteiliger Einfluss auf die Gesundheit der Tiere ist bisher nicht bekannt.

* Unter dem Einfluss der Geschlechtshormone bilden sich die Geschlechtsdrüsen (z.B. Prostata) weiter aus. Eine Frühkastration würde diese Entwicklungsprozesse unterbinden. Doch auch bei der herkömmlich praktizierten Form der Kastration sind die Tiere oft noch nicht geschlechtsreif. Hinweise auf gravierende Veränderungen, die auf den frühen Verlust der Geschlechtsdrüsen zurückzuführen sind, liegen nicht vor.

* Einer amerikanischen Studie zufolge treten sowohl bei Katzen, die im Alter von 7 Wochen kastriert wurden, als auch (zu einem geringeren Prozentsatz) bei im Alter von 7 Monaten kastrierten Tieren teilweise Verwachsungen zwischen Penis und Vorhaut auf. Über eventuelle nachteilige Effekte dieser Entwicklungsstörung ist noch nichts bekannt.


Schlussbetrachtung

Umfassende Untersuchungen über mögliche Auswirkungen der frühzeitigen Kastration im fortgeschrittenen Alter liegen derzeit zwar nicht vor. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist eine Frühkastration zur Verhinderung unkontrollierter Fortpflanzung aus der Sicht des Tierschutzes jedoch durchaus zu rechtfertigen, sofern kein gesundheitliches Risiko für die Tiere besteht.

Werden wildlebende Katzenwelpen mit ihrer Mutter zum Zweck der Kastration der Mutterkatze eingefangen, wird mittels Frühkastration verhindert, dass sie später erneut eingefangen und damit Stress ausgesetzt werden müssen. Außerdem wird den Tierschutzvereinen die Möglichkeit gegeben, ausschließlich kastrierte Tiere weiterzuvermitteln und somit einen gewissen Beitrag zur Populationskontrolle leisten zu können.

Es bleibt jedoch zu fordern, dass Langzeitstudien zur Frühkastration durchgeführt werden, die Klarheit über mögliche Veränderungen bei älteren Tieren erbringen. Allerdings werden auch bei der herkömmlich praktizierten Form der Kastration (im Alter von 6-8 Monaten) Jungtiere operiert, bei denen die Geschlechtsentwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Andere als die oben aufgezeigten Auswirkungen sind bei dieser seit Jahrzehnten praktizierten Methode nicht aufgetreten.

Weiterführende Literatur:

Frühkastration bei Katzen (CAT-CARE Tierhilfe Kassel)

AKTUELLES:
Wegen det Tiersegnung:
am. 30. Juni 2018
findet der nächste Tierheimtrödel
am 4. August 2018
ab 13:00 Uhr statt.

Im Januar kein Trödel!


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