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19.06.2026 22:37

Sind Fundtiere künftig im Fundbüro abzugeben?

Am 12.06.2026 trafen sich die Mitglieder des Tierschutzvereins Forchheim und Umgebung e.V. zu ihrer jährlichen Versammlung. Neben den üblichen Tagesordnungspunkten stand vor allem eine Frage im Raum: Wie geht es mit dem Forchheimer Tierheim weiter?

Zu dieser Frage haben wir eine aufregende Zeit hinter uns. Tierheime sind per Gesetz dazu verpflichtet, eine Kranken- und Quarantänestation zu unterhalten. Um dieser Pflicht in geeigneter Weise nachzukommen, muss eine entsprechende Station an der Staustufe erst gebaut werden, weil das bestehende Tierheimgebäude für eine notwendige räumliche Trennung nicht geeignet ist. Der Bauantrag für ein separates Gebäude ist genehmigt und der Plan des Architekten steht. Die Umsetzung könnte also beginnen. Allerdings hat die Stadt, die Eigentümerin des Grundstückes, den Bau untersagt. Und das benachbarte THW möchte Tiere und deren Schützer gerne ganz wo anders sehen, da es auf dem Tierheimgelände seine Fahrzeuge abstellen möchte. Kassiererin Meike Bäuerlein rechnet vor, dass der Tierschutzverein in diesem Fall ca. 4-5 Millionen Euro aufbringen müsste. Unmöglich! Was nun? Ohne Neubau, können im Tierheim keine Fundtiere mehr aufgenommen werden, deren Gesundheitsstatus ja unklar ist und die deshalb in Quarantäne müssen. Aber was passiert dann, wenn ein Hund ausreißt oder eine Katze nicht mehr nach Hause findet?
Die erste Vorsitzende Christine Schneider-Knapp erklärt den besorgten Mitgliedern, dass diese Tiere in den Gemeinden oder im Stadtbereich im Fundbüro abgegeben werden müssen. Da dort die vorschriftsmäßige Unterbringung aber sicher nicht gewährleistet ist, schon weil kein geschultes Personal vorhanden ist, müssten alle Gemeinden des Landkreises sich zukünftig eine andere Möglichkeit sichern, wie sie Fundtiere unterbringen können. Dies wäre zum Beispiel in einer Tierpension möglich. Voraussetzung wäre natürlich auch hier, dass die nötige Sachkunde für die jeweilige Art vorgewiesen werden kann. Ein nahezu unmögliches Unterfangen. Schneider-Knapp wäre zum Beispiel keine Tierpension bekannt, welche aufgefundene Exoten artgerecht unterbringen könnte. Die Gemeindemitarbeitenden müssten nach München fahren, um gefundene Schildkröten in der Reptilienauffangstation abzugeben. Ein sicher nicht tragbarer Zustand.
Die Tierheimchefin kennt einen Ausweg: “ Wir haben von der Stadt Forchheim ein Angebot für den Kauf des Grundstückes erhalten, auf dem das Tierheim steht. Sobald uns das Grundstück gehört, können wir bauen und die Gemeinden und auch das Veterinäramt könnte aufatmen.“ Denn auch beschlagnahmte Tiere könnten dann doch weiterhin verwahrt werden. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Finanzausschuss der Stadt Forchheim dem Verkauf zustimmt. Dann werden Spenden gesammelt und Kostenvoranschläge eingeholt. Dass ein Grundstück gekauft werden muss, war bei der Planung der Quarantäne nicht mit einberechnet. Der Kauf reißt ein großes Loch in die Tierheimkasse. Christine Schneider-Knapp hofft auf die Treue und Großzügigkeit der Spender und Unterstützer, bei denen sie sich am Ende einer aufwühlenden Sitzung herzlich bedankt.

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